Grußwort des 1. Gildeherrn zum (Nicht-) Schützenfest 2020

1 Gildeherr Meyer

Stellt euch vor, es ist Schützenfest und es darf nicht gefeiert werden. Für uns unvorstellbar, aber es ist eingetroffen. Die Corona-Pandemie hat nicht nur Ebstorf oder Deutschland heruntergefahren, die ganze Welt hat sich verändert, ist im Homeoffice, in Kurzarbeit, versucht der Insolvenz zu entkommen oder weiß schlimmstenfalls nicht einmal, wie sie das Essen für den nächsten Tag bezahlen soll. Was ist da schon Schützenfest in Ebstorf?

Schützenfest in Ebstorf ist nicht nur Bierbude, feiern und lustige Gildebrüder. Schützenfest in Ebstorf ist hauptsächlich Tradition. Wir können auf eine lange Vergangenheit zurückblicken, die uns in vielen Dingen bestärkt. Wir haben uns zum Schutze des Klosters gegründet und diese Aufgabe nehmen wir auch heute noch wahr, z.B. beim Weihnachtsmarkt, bei der Dorfausrufer Tour mit Hannes oder wenn das Kloster seine Tore öffnet und mehr als die gewöhnlichen Führungen stattfinden.

Natürlich ist unser Schützenfest auch lachen, fröhlich sein, Geselligkeit, tanzen und feiern, das gehört dazu. Viele „alte Ebstorfer“ kommen zum Schützenfest wieder in ihre alte Heimat, treffen Freunde und Bekannte wieder, wir sind aber auch für unsere Neubürgerinnen und Neubürger da. Schützenfest ist eine großartige Zeit, um sich kennenzulernen. Da kommt man aus seinem Trott mal raus und kann seine Nachbarn und Übernachbarn beim Feiern ungezwungen kennenlernen, sich im Weingarten, beim Königsball oder bei der Samstagabend-Party treffen, feiern, fröhlich sein.

Leider ist das zurzeit alles nicht möglich. Kontaktsperre, Abstandsregeln und Mundschutz machen es uns unmöglich, unser Schützenfest zu feiern. Und trotzdem sind und sollten wir froh sein, dass wir hier in Ebstorf und im Kreis Uelzen so gut aufgehoben sind und uns die Corona-Pandemie bislang verschont hat. Damit das so bleibt, feiern wir kein Schützenfest und halten uns an die Vorgaben, die das Land uns vorgibt.

Aber wir können den Ort schmücken und im Herzen und Geiste unser Schützenfest feiern. Und ich bin froh und stolz, dass die Gildebrüder in diesen Zeiten zur Gilde stehen und nach dem Statut von 1742 handeln „sich in Not und Gefahr untereinander hilfreiche Hand zu leisten“.

Bleibt gesund, vielleicht können wir unsere Fleckenmeisterschaft im November austragen, dann sehen wir uns da. Ansonsten holen wir nächstes Jahr alles nach, was wir dieses Jahr verpasst haben.

Peter Meyer
1. Gildeherr der Schützengilde Ebstorf