Geschichte der Gilde

Im Jahre 880 fand im Raum Ebstorf eine Schlacht statt, die für das angetretene Christenheer in einer Katastrophe endete. Sie wurden von den Normannen vernichtend geschlagen, Tausende von gefallenen Christen wurden samt ihrer Anführer in drei Massengräbern bestattet. Zu Ehren dieser gefallenen Märtyrer wurde an dieser Stelle eine Kapelle errichtet, die zunächst als Wallfahrtsstätte diente und aus der sich dann später um 1150 ein Kloster entwickelte.

Geschichte der Klosterfahne

Das Kloster Ebstorf ist seit Jahrhunderten im Besitz einer Klosterfahne, die beim Schützenfest an den Klosterfähnrich übergeben wird und das Fest begleitet. Diese Tradition lässt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen.

Geschichte der Schafferhölzer

Die Gildeherren halten ihre Schafferhölzer im rechten bzw. linken Arm. Diese werden erstmals 1567 erwähnt, als sich die Amtsverwaltung in Ebstorf gezwungen sah, gegen die wilden ,,Tanzsitten“ einzuschreiten, da das Klopfen mit den Schafferhölzern nicht mehr fruchtete. Sie verbieten das Umwerfen der Frauen, ,,weil ihnen die Kleider dermaßen umschweiften, dass es unhöflich ist dies anzusehen.“

Geschichte der Hellebarde

Die Hellebarde ist ein Hieb- und Stoßwaffe aus dem Mittelalter. Später wurde sie als Polizeiwaffe genutzt. Der Polizeileutnant der Schützengilde Ebstorf trägt seit 1880 die Hellebarde als Dienstwaffe.

Geschichte des Willkomm

Dieser große Zinnhumpen, der zwar die Jahreszahl 1788 trägt, wurde, wie aus Rechnungen ersichtlich, unter erheblichen Belastungen bereits 1760 angeschafft. Hergestellt ist dieser Deckelpokal vom Meister Franz Joachim Grödeler, aus einer alten Zinngießerfamilie aus Lüchow, der als Meister und Bürger seit 1759 in Uelzen lebte. Ein zweiter Willkomm in gleicher Form, ursprünglich im Besitz der Rademacher von Uelzen, befindet sich heute in Braunschweig.

Geschichte des Bandelierschildes Wilhelm I v. Preußen

Das älteste Bandelierschilder ist von 1667 und wird getragen vom Adjudanten. Bis heute stiften die Könige ein Silberschild für eines der 13 Bandeliere. Rund 150 Schilde sind noch vorhanden. Der König bestimmt, wer sein Schild tragen soll.

Geschichte des Papagoy

Das älteste Teil in der Gilde, ca. Ende 1470-1480. Es ist eine aufwendige Silberschmiedearbeit, die ursprünglich mit Krone auf dem Kopf und einem Armbrustbolzen in den Fängen ausgestattet war. Im Schnabel trug er wahrscheinlich ein Lorbeerblatt.Soweit übersehbar, dürfte der Ebstorfer Papagoy neben dem Kleinod aus Goslar der älteste überhaupt sein.

Geschichte des Königsadlers

Der Königsadler wurde 1752 statt eines Bandelierschildes gestiftet. Er wird vor dem Zylinder getragen und mit einem Hutband befestigt. Bevor 1852 das neu gegründete Jäger-Corps sich Uniformen gab, wurde in der damaligen Ausgekleidung, Gehrock und Zylinder gefeiert. Seit 1925 gibt es die drei Korps, die alle eine Uniform tragen. Der Adler wird seither an der Brust des Scheibenkönigs getragen.

Geschichte des Kletterbaums

Die Tradition des Kletterbaums gibt es offenbar nur noch in Ebstorf. Ein Blick in die Historie: Mitte des 19. Jahrhunderts, so etwa 1850, wurde das Schützenfest um eine Nachfeier erweitert und der Sonntag kam als zusätzlicher Tag dazu - davor wurde nur am Mittwoch der Gildeabend und am Donnerstag das Königsschießen abgehalten. An diesem zusätzlichen Tag, dem Sonntag,  gab es wie heute einen Ausmarsch zum Schützenplatz mit Freibier für die Gildebrüder und abends dann den Tanz für jedermann. Neu eingeführt wurde am Sonntagnachmittag der Kletterbaum und weitere Spiele für die Kinder.